Führst du mich – Führe ich Dich

Datum/Uhrzeit
15.09.2016 - 18.09.2016 / 16:00 - 17:00 Uhr

Ort
Seminarhof Pferdeweisheit, Arnsberg


Ein widersprüchlicher Titel – so scheint es vielleicht auf den ersten Blick.

Ist es aber nicht.

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Wann bin ich meinem Pferd ein gute, sichere, vertrauensvolle und stabile Führung? Die meisten Pferde lassen sich, wie übrigens die meisten Menschen auch, gerne führen, aber die Führung muss ihren Anforderungen entsprechen. Und damit meine ich tatsächlich den Ansprüchen der Pferde entsprechen.

Kann ich das? Bin ich jemand, dem das Pferd freiwillig und vertrauensvoll folgt? Folgt es mir, weil es in mir etwas wahrnimmt, was mir selbst vielleicht gar nicht bewusst ist? Oder haben mein Pferd und ich immer wieder Schwierigkeiten, Probleme und Unsicherheiten, weil mein Pferd in mir und meiner Führung etwas vermisst? Spürt es etwas in mir, das ich selber an mir nicht erkennen kann?

Wie von Mark Rashid wunderschön beschrieben, wählen Pferde ihre Führungspferde, einen sogenannten „passiven Führer“. Passive Führung heißt dabei nicht, dass wir untätig sein sollen, sondern dass wir beständig, sicher, stabil und vertrauensvoll führen. Passiv bezieht sich nur darauf, dass Pferde sich ihr Führpferd aufgrund der Eigenschaften und Fähigkeiten, die dieses Pferd mitbringt, wählen. Das Pferd selber macht nichts, wird nicht aktiv, um diese Führposition zu erhalten. Es erfüllt die Anforderungen „aus sich heraus“.

Auch in der Pferdewelt gibt es „dominante, alphastyle Leader“, die alle anderen stramm stehen lassen, aber kein anderes Pferd verbringt gerne seine Zeit mit diesen Führern. Die alphastyle Leader dürfen zwar zuerst fressen und trinken und alle anderen weichen vor ihnen und lassen ihnen den Vortritt, aber ein Miteinander erleben diese Pferde nicht; kein geselliges Beisammenstehen, keine Fellpflege… insgesamt ein eher einsames Leben.

Aber was nun, wenn ich die Ansprüche eines Pferdes an gute Führung nicht erfülle?  Was, wenn mein Pferd mich nicht zum „passiven Leader“ wählt? Dann kann ich wählen – ich kann mich dafür entscheiden, an mir zu arbeiten, meine Führqualitäten zu verbessern oder ich kann beim Pferd den Druck erhöhen, bis es nachgibt (oder auch nicht)…

Passive Führung bedeutet für mich also, dass ich ganz aktiv werden muss, nur vielleicht anders als ich es normalerweise tue.

Pferde spiegeln uns Menschen.

In diesem Seminar lassen wir uns von den Pferden führen. Sie zeigen uns auf, was wir an unserer Führung verändern und verbessern können. Sie führen uns unsere Qualitäten vor Augen, die guten, wie die weniger guten. In vielen verschiedenen Übungen können wir an uns arbeiten und dann das Neuerlernte und die Übungen zu Hause mit dem eigenen Pferd umsetzen – oder ihr bringt euer Pferd mit und lernt gemeinsam.

Dieses Seminar soll Pferdebesitzer, Reiter und Pferdeliebhaber ansprechen, die ein harmonisches Miteinander mit ihrem Pferd suchen und eine Partnerschaft, die auf gegenseitigem Respekt beruht, aufbauen möchten.

Aber da die Führung von Menschen gar nicht so viel anders ist, sind auch Menschen, die andere führen oder die Kinder haben, in diesem Seminar gut aufgehoben.

Kursleitung: Christiane Löttgen

Kurszeiten:  Donnerstag 16.00 -19.00 Uhr, Freitag 10.00- 17.00 Uhr, Samstag 10.00- 17.00 Uhr, Sonntag 10.00- 16.00 Uhr

Kursgebühr: Euro 550,-, drin enthalten sind Seminarunterlagen, Getränke, Snacks und Mittagessen